Seit 1200 Jahren ein Genuss
Im Naturschutzpark L'Albufera wird in der Region Valencia Reis auf höchstem Niveau angebaut. Es wird behauptet, dass hier bereits seit Urzeiten Reis angebaut wird. Der Nachweis hierfür geht immerhin 1200 Jahre zurück. Da der Anbau in einem Naturschutzpark stattfindet, erfolgt der Anbau auf eine sehr umweltfreundliche Weise. Ein Beispiel ist der Befall durch einen Wickler, der große Ausfälle verursachte. Inzwischen wird die komplette Region mit Pherhormonen bestückt, da der Einsatz von Insektiziden nicht möglich ist.
Auf 1500 ha wird Anbau unter genauer Kontrolle einzig mit den Reissorten Senia, Bahía und Bomba durchgeführt.
Was unterscheidet diese Reissorten von in Deutschland bekannten Sorten? Der Markt ist ausgelegt auf Reis, der gekocht und als Beilage serviert wird . Dies ist für die spanische Gastronomie nicht genug. Sie braucht für ihre Gerichte einen Reis, der extrem Aroma aufnimmt und nach dem Kochen in der Konsistenz fest bleibt.
Senia und Bahía sind in ihrer Art als Reissorten sehr ähnlich. Sie nehmen die Aromen beim Kochen gut auf und behalten eine angenehme Konsistenz.
Bomba ist der König unter den Reissorten. Die Aromen werden durch ihn beim Kochen besonders gut aufgenommen und er verzeiht auch lange Kochzeiten. Durch den Kornaufbau zerfällt der Reis nicht und wird Brei, sondern fächert sich auf und bleibt fest. Man kann sich das wie eine Ziehharmonika vorstellen. Der Ertrag ist um 50 % geringer, als bei Senia und Bahía. Der Anbau ist derart aufwendig und riskant, dass die Landwirte diesen Reis nur anbauen, wenn Sie einen Vertrag und einen Abnehmer haben. Die Halme des Bomba sind doppelt so hoch, wie bei den anderen Arten, und dadurch sehr windempfindlich. L'Albufera wird nur durch einen Pinienwaldstreifen vom Meer getrennt. D.h. bei der Reife können starke Winde vom Meer eine komplette Ernte gefährden.
Das System bei der Reisveredelung ist inzwischen zweiteilig. Es gibt Landwirte, die Reis produzieren und die Ernte an Reismühlen verkaufen. Diese verarbeiten (oder veredeln) den Reis und verkaufen ihn an Händler oder Geschäfte. Durch den aufwendigen Anbau und die sehr maschinenintensive Veredelung, gibt es nur noch zwei Firmen, die Ihren eigenen Reis anbauen.



