Eine Erdmandel mit Tradition
Die Chufa (Erdmandel) ist ein Riedgrasgewächs, dass überwiegend in Spanien und Teilen Afrikas angebaut wird. In einigen Ländern und Regionen Europas wird diese Art von Gewächs als Unkraut angesehen und mit viel Mühe beseitigt.
Im Norden Valencias wird die Chufa, mit viel Liebe, in 16 Gemeinden angebaut. Auf nur 550 ha wird die Chufa jährlich angebaut. Jedes Feld wird nur ein Jahr mit Chufa bepflanzt und dann für mindestens zwei Jahre mit anderen Feldfrüchten. Der Anbau ähnelt etwas dem Kartoffelanbau. Die Knollen sind allerdings nur 1-3 cm groß, dafür sehr viele pro Pflanze. Es gibt zwei Arten von Knollen, die liebevoll "llargueta" (Längliche) und "armela" (Rundliche) genannt werden. Die Knollen haben unterschiedliche Fromen, können aber von der gleichen Planze sein und haben keine Unterschiede in Geschmack und Eigenschaften.
Gepflanzt wird zwischen dem 20. März und Ende Mai. Die Ernte erfolgt zwischen dem 1. November und Februar. Chufa braucht viel Wasser und wird deshalb traditionell geflutet. Die Böden müssen locker und durchlässig sein. Vor der Ernte wird das komplett abgetrocknete oberirdische Gras abgebrannt. Dann das Feld gereinigt und für die Ernte vorbereitet. Schritte, die immernoch reine Handarbeit sind. Die Ernte ist maschinell. Nach der Ernte erfolgt eine Reinigung der Knolle und eine Lagerung über drei Monate. Dies ist für den Flüssigkeitsverlust von 50 % auf 10 % wichtig. So konzentrieren sich die Aromastoffe.
Dann kommt der wichtigste Schritt, die Verarbeitung zu Horchata (ein milchartiges Getränk). Der Name soll nach einer Legende vom König Jaume I geprägt worden sein. Er soll, nachdem ihm ein Mädchen in Valencia ein Glas Leche de Chufa (Erdmandelmilch) gereicht hat, ausgerufen haben: Aixo es oro, xata (das ist wie Gold mein Kind). Es gibt sie in der Variante granizado (Granité) oder liquida (flüssig und saukalt). Da kommen für mich immer Kindheitserinnnerungen auf. Was für ein Genuss.

