Der Berg gibt keinen Regen

Abona ist die unbekannteste Region auf Teneriffa und hat das geringste Ansehen. Eine Anbauzone, die derart kompliziert ist, sollte mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Seit drei Jahren fehlen in Abona die Regenfälle. Gleichzeitig wird es im Winter nicht kühl genug, dass die Pflanze in eine Ruhefase übergeht. Dieses Jahr (2008) hat es am 29. Oktober auf dem Teide (3.717 m) geschneit. Sehr früh im Jahr. Ebenso hat es auf der Nordseite Teneriffas zwei Wochen im Oktober ausgiebig geregnet. All das trifft nicht für den südlichsten Teil der Insel zu. Kein Tropfen für Abona und keine Abkühlung. Nicht umsonst ist der Süden Teneriffas ein beliebtes Urlaubsziel unter Sonnenhungrigen.

Inzwischen schädigen diese Extreme die Reben. Vor wenigen Jahren wuchsen Reben von aufgegebenen Parzellen weiter. Aktuell vertrocknen Reben ohne Pflege nach zwei bis drei Jahren.

Die höchsten Weinberge Europas liegen in Abona. Bis auf 1.700 m werden Reben kultiviert. In dieser Höhe sind die Temperaturen niedriger und die Temperaturschwankungen ergeben eine höhere Säure und mehr Frische. Und zusätzlich zu diesen existierenden Kontrasten gibt das Wetter seine Schwankungen hinzu. 2007 haben extrem heiße Winde (über 40 °C) Ende Juli die Ernte vertrocknet. Selbst in großer Höhe wurden diese Temperaturen erreicht. 2008 hat ein Frost im März die Reben geschädigt.

Abona ist eine Weißweinregion. Aktuell werden mehr rote Sorten gepflanzt, auf Teneriffa werden inzwischen weiße Trauben allerdings höher bezahlt. Früher oder später wird ein Gleichgewicht eintreten, da doch in der Hitze gerne Weißweine getrunken werden.

Die Rebfläche beträgt 1.092 ha und wird von 1220 Weingärtnern bewirtschaftet. 19 Kellereien verarbeiten die Trauben.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:

Listán Blanco, Gual, Malvasía, Moscatel, Verdello, Bastardo Blanco, Forastera Blanca, Sabro, Torrontés und Vijariego.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:

Listán Negro, Negramoll, Bastardo Negro, Malvasía Rosada, Moscatel Negro, Vijariego Negro, Castellana Negra, Listán Prieto, Tintilla, Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Pinot Noir und Ruby Cabernet.

Zusammenfassend ist Abona in einer schwierigen Situation. Die Anerkennung fehlt und dadurch der Anreiz zu investieren. Die Ausweitung der zugelassenen Rebsorten führt zu keiner eigenen Identität. Die Landschaft und die Weinberge auf 1.700 m sind unglaublich und haben Potential. Einige Kellereien setzen inzwischen auf Qualität und Weißwein ist auf Teneriffa gefragt. Falls der nächste Urlaub in Los Cristianos geplant ist oder an der Südseite Teneriffas, ruhig mal auf das Etikett achten und nach einem Wein aus Abona fragen.