Die Region einer Kellerei
Ein Besuch in Almansa ist eine Fahrt nach La Mancha. Die Region beginnt direkt am nordwestlichen Ende Valencias und ist schon Don-Quijote-Land. An diesem Tag war es bis zum Anstieg nach Almansa klar und sonnig. Dann auf dem letzten Stück durchwachsen und auf der Hochebene nur noch Nebelsuppe. Kein Stück zu sehen. Im Frühjahr eine übliche Wetterlage. Hier gibt es viel Wasser und an den Hängen vor Almansa regnet viel ab. Das beschert dem angrenzendem Untergebiet der D.O. Valencia Valentino Feuchtigkeit.
Die Region ist mit 7.118 ha Rebfläche eher Richtung klein einzuordnen. Hat allerdings dafür eine große Besonderheit. Fast die komplette Produktion an Weinen, die mit dem Logo der D.O. abgefüllt werden, kommen aus einer Kellerei. Die Kellerei hat bereits Ende der 70er Jahre, als Spanien nach der Ära Francos langsam aufwachte, den Schritt ins Ausland gemacht. Unglaubliche 90 % der Produktion gehen ins Ausland. Deutschland ist mit 10 % mit führend. Ich vermute, dass der Consejo Regulador, also die oberste Instanz der Weinbauregion, bei dieser Kellerei angestellt ist. Zumindest habe ich nur Unterlagen und Schreiben von dieser gesehen. Auf jeden Fall will ich betonen, dass es insgesamt 13 Kellereien gibt (davon ist eine aktuell ohne Produktion), die das Lesegut von 750 Weingärtnern verarbeitet.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei weiß:
Verdejo, Moscatel de grano menudo, Chadronnay und Sauvignon blanc.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei rot:
Garnacha tintorera, Monastrell, Cencibel (Tempranillo), Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot, Garnacha und Petit Verdot.
Die klassischen weißen Rebsorten der Region, Airén und Merseguera, werden weiterhin angebaut, die erzeugten Weine dürfen allerdings nicht unter der D.O. Almansa abgefüllt werden. Einen reinsortigen Wein aus Verdejo konnte ich (obwohl zugelassen) nicht finden und gibt es laut Auskunft des Consejo aktuell nicht.
Als Zusammenfassung empfinde ich es als kurios, dass fast die komplette Produktion der als D.O. Almansa vermarkteten Weine von einer Kellerei vinifiziert werden. Der Einfluss dieser Kellerei wird entsprechende Ausmaße haben und die Verwaltung der D.O. finanziert sich aus den Abgaben der Kellerei. Aktuell sind zwei neue, kleine Kellereien hinzugekommen. Somit wird meine Aussage hoffentlich künftig geändert werden müssen.



