Der Schwarzwald in Spanien
Knapp 60 km nordwestlich von La Rioja liegt die D.O. Arabako Txakolina. Die Stadt Amurrio in dem Bereich Alava des Baskenlandes ist die Herberge dieser Region. Die Fahrt hierher geht über die Cordillera Cantábrica bis immer mehr Wälder auftauchen, die Wiesen grün und saftig sind. Ebenfalls ist der Himmel grau verhangen und es nieselt. Nein, es ist auch schön warm im Sommer, unsere Begleiterin bestätigt allerdings, dass die sonnigen Abschnitte nie von langer Dauer sind. Dieses kühlere Klima ist perfekt für frische und spritzige Weißweine.
Fast wäre die Region komplett ohne Weinberge geblieben. 1989 wurde die D.O. beantragt. Mit nur 5 ha verbleibenden Rebbergen wurde dieses Anliegen abgelehnt. Zu wenig, kein homogenes Bild und keine wirkliche Relevanz auf dem Weinmarkt. Mit diesen Aufgaben machten sich ambitionierte Weingärtner auf, eine Region wieder zu beleben. 2001 wurde ihnen dann tatsächlich die D.O. zugesprochen.
In diesen sanften Hügeln und teilweise über 1.000 m hohen Bergen, herrscht ein eigenes Klima. Kühl, eher feucht und mit spätem Austrieb der Reben und Wachstum bis September/Oktober. Also eher Voraussetzungen, die man im Norden Europas sucht, oder eben im Norden Spaniens.
Bis vor einigen Jahren wurden die Weine aus der Region nur von eingefleischten Patrioten getrunken und immer unter dem Risiko, den Magen gesundheitlich zu schädigen. Die Beschreibung stammt von offizieller Stelle und beschreibt die Weine als essigartig, die sehr kalt getrunken wurden, um sie zu ertragen.
Inzwischen hat moderne Kellertechnik Einzug gehalten und die Weine haben einen anderen Stil. Dezente Frucht, leicht florale Aromen und immer noch die kräftige Säure. Eben ein Txakoli.
Die Rebfläche von 47 ha, und wird von ca. 25 Weingärtnern bewirtschaftet und von 4 Kellereien verarbeitet. Es existieren weitere Pflanzrechte für 50 ha.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Hondarribi Zuri, Gros Manseng, Petit Corbu und Petit Manseng.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Keine.
Zusammenfassend hat diese kleine Region in wenigen Jahren einen Umschwung geschafft. Sie haben die Existenz des Weinbaus gerettet und die Weine moderner gemacht. Die Menschen leben in einem raueren Klima und sind sehr stolz auf ihren Wein. Dieser Aufschwung hat neue Kellereien entstehen lassen und diese sichern den Weinbau. Da die Weine jedes Jahr ausverkauft sind, ist für die Kellereien auch die finanzielle Sicherheit da. Ein Besuch dieser Region lohnt sich und vielleicht erkennt der Eine oder Andere Aspekte aus seiner Heimat in Spanien wieder. Und damit meine ich nicht Schweinshaxe mit Sauerkraut unter Palmen.



