Eine Region darf nicht so heißen
Nördlich der Weinregion Ribera del Duero liegt Arlanza. Wir befinden uns immer noch in Castilla y León. Der Sitz des Consejo Regulador ist in Lerma. Historisch ist dieses Gebiet sehr wichtig. In Sto. Domingo de Silos hat das Kastilisch die Welt erblickt. Auch die Anzahl der Urlauber auf den Spuren der Geschichte nimmt in dieser Zone stark zu.
Begonnen hat die Region als Ribera del Arlanza. Arlanza ist ein Fluss und Namensgeber der Weinregion. Ribera wird als Ufer oder Uferlandschaft übersetzt. Wir befinden uns in einer hügeligen und in manchen Ecken bergigen Region. Die Landschaft ändert sich von Aranda de Duero auf der Fahrt Richtung Norden nur leicht. Von Lerma Richtung Osten ist der Wechsel sehr stark. Am Schluss öffnet sich eine Art Canyon. Somit haben wir als Namen die Flusslandschaft des Arlanza: also Ribera del Arlanza. In der Weinbranche muss jeder ein Auge auf mögliche Imitate werfen. Namen, Regionen und Länder. Somit hatte Ribera del Duero bedenken, dass sein Name verwechselt wird oder Ribera del Arlanza von diesem profitiert. Der Beginn wurde als Ribera del Arlanza gemacht und als die D.O. zugesagt wurde, kam als Name nur Arlanza heraus. Arlanza ist nicht die einzige Region, die beim Namen Abstriche gemacht hat. Arribes del Duero muss aus dem beschriebenen Grund ohne den Duero auskommen, obwohl er nun mal direkt an den Hängen vorbeifließt. Aber hier hört die Nachbarschaft auf und beginnt der hart umkämpfte Weinmarkt.
Klimatisch unterscheiden sich Ribera del Duero und Arlanza nicht. Arlanza hat dafür einen hohen Anteil an alten Reben und pflegt diese. Große Neuanpflanzungen wurden ebenfalls in der alten Buscherziehung vorgenommen.
An seinem Ruf wird die Region noch hart arbeiten müssen. Der existiert schlicht nicht. Nach Süden der übermächtige große Bruder Ribera del Duero, hat bereits alle vorhandenen Plätze ausgefüllt. Im Norden die Mutterprovinz Burgos, trinkt lieber den östlichen Nachbarn Rioja. Also noch viel zu tun, bei diesen imposanten Nachbarn.
Die Rebfläche beträgt 420 ha. 396 Weingärtner bewirtschaften die Rebfläche und 11 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Albillo und Viura.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Tinta del País, Garnacha, Mencia und Cabernet Sauvignon.
Zusammenfassend ist Arlanza eine kleine Weinregion, die ihre Nische und Liebhaber suchen muss. Die Nachbarn werden sicher ein waches Auge darauf haben. Weder die Mengen noch die finanziellen Mittel lassen große Kampanien zu und so wird nur über die Qualität ein Weg möglich sein. Und selbst nach dieser kurzen Zeit als Weinregion, gibt es diese bereits. Und Arlanza ist preislich eher bodenständig.



