Pflanzrechte für die Nachbarn
Die Fahrt führt uns von Monterrei über Portugal in den Nationalpark Arribes del Duero. Der Duero fließt in Toro und Zamora noch auf einer Höhe von 600 m über dem Meeresspiegel. Im weiteren Verlauf zieht er sich als Grenze zwischen Spanien und Portugal auf einer Länge von 110 km hin und sinkt auf eine Höhe von 120 m über dem Meeresspiegel beim Eintritt in Portugal. Dies ist der Nationalpark auf beiden Seiten des Duero. Portugal hatte zuerst einen Nationalpark ausgerufen. Spanien schloss sich später an. Ca. 9 km ins Landesinnere reicht der Park. Das Weinbaugebiet Arribes stimmt mit den Grenzen des Naturparkes überein.
Erstaunlich waren die beiden unterschiedlichen Seiten des Duero. Die portugiesische Seite wird voll landwirtschaftlich genutzt und wirkt gepflegt. Die gleichen Terrassen auf der spanischen Seite sind verwildert und durch die Vegetation nicht mehr zu erkennen. Die Dörfer sind weit auseinander gezogen und die Landflucht hat in dieser Region voll zugeschlagen. Kaum noch jemand pflegt die Terrassen. Die Landwirtschaft ist in die flacheren Bereiche der Arribes gezogen.
Unter diesen Voraussetzungen wurde 1998 durch eine Kellerei die Region wieder belebt. Sie wollte die Qualität und die Möglichkeiten mit der Rebsorte Juan Garcia zeigen. Schwierig war die Wiedergewinnung der alten Rebgärten und die Überzeugung der Weingärtner Trauben an die Kellerei zu liefern. Das Durchschnittsalter der Reben in Arribes ist 65 Jahre. Jetzt beginnt durch die Erfolge das Interesse an der Region. Allerdings ist es extrem schwer die Weinberge zu katalogisieren, da viel ausgerissen wurde, um Subventionen zu erhalten. Ein weiterer Teil wurde als Pflanzrechte an die Nachbarn in Toro, Rueda und Ribera del Duero verkauft. Niemand kann deshalb sagen, wie viel Hektar Reben wirklich existieren.
Die Rebfläche beträgt 721 ha und wird von 634 Weingärtnern bearbeitet. 14 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Malvasia, Verdejo, Albillo und Puesta en Cruz.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Juan Garcia, Bruñal, Rufete, Tempranillo, Garnacha und Bastardillo Chico.
Zusammenfassend ist Arribes eine Region, die mich landschaftlich begeistert. Die Einflüsse durch den Atlantik waren für uns durch die Wetterumstände deutlich zu spüren. Die alten Terrassen zu retten und weiter zu pflegen ist eine enorme Aufgabe. Dafür ist das Potential an alten Rebbeständen enorm und mit der Juan Garcia in Spanien einzigartig. Falls es Arribes gelingt, ihre autochthonen Rebsorten weiter zu stärken und mehr Erfahrung im Ausbau zu erhalten, wird viel Außergewöhnliches auf den Weinfreund zukommen. Die Region liegt seit Jahren in einer Starre und dadurch ist viel an ihr vorbeigegangen. Hoffentlich wird das Erwachen nichts daran ändern.



