Das Prachtstück eines Vino de Pago
Nachdem ich bei vielen Vinos de Pago meine Zweifel bekundet habe, ist hier endlich ein Prachtstück anerkannt worden. Bereits seit 2005 verfolge ich die Entwicklung von Bodegas Vegalfaro und Rodolfo Valiente. Mit einem enormen Kraftaufwand wurde aus reiner Landwirtschaft mit Rebflächen eine Kellerei gegründet. Wie so oft kam der Zeitpunkt, an dem für einen qualitätsbewussten Weinbauern Trauben hängen lassen günstiger ist, als ernten und zur Genossenschaft fahren. Sobald die Preise pro Kilogramm Trauben unterhalb der eigenen Kosten liegen kann man nur aufhören, oder selbst Wein machen. Eigentlich wollte Rodolfo Valiente nie mit eigenen Weinen auf den Markt kommen. Als Rechtsanwalt unterstützte er seinen Vater und entwarf eine kleine Kellerei, die Wein für große Abnehmer produzieren sollte. Partner waren schnell gefunden und es ist noch durchaus üblich Geschäfte per Handschlag abzuschließen. Als der erste Jahrgang fertiggestellt war, hatten die Geschäftsführer der Partner gewechselt und keiner kannte die Abmachungen. Also blieb nichts anderes übrig, als die Weine selbst zu vermarkten. Rodolfo Valiente machte zu Beginn Weine ohne jedes Wissen über Weinbereitung. Viele Weinführer zerrissen die Weine und bestärkten ihn nur in seinem Handeln. Studium der Önologie und ein Umschwenken zum Vollzeit-Weinmacher waren die Folge. Mit der Anerkennung von Pago de los Balagueses hat Rodolfo Valiente es seinen Kritikern bewiesen und sich selbst bestätigt.
Endlich kann ich bei einem Pago bestätigen, dass es sich um eine Lage handelt, die in einem abgeschlossenen Bereich liegt und homogen ist. In einem leicht abschüssigen Gelände, umgeben von einem Pinienwald liegt Pago de los Balagueses in einer Senke. Abgeschirmt von anderen Rebflächen und deren Einflüssen wachsen die Trauben in einem speziellen Mikroklima. Mergelböden mit Kalk und Kreide auf einer Höhe von 700 m bilden eine individuelle Grundlage. Mit einem Niederschlag von 450 mm/Jahr ist es zwar trocken aber nicht zu stressig für die Pflanzen.
Die Rebfläche von 18 ha liegt 20 km von der Kellerei entfernt. Das ist der Preis für diese außergewöhnliche Lage.
Die zugelassenen Rebsorten bei Weiß:
Chardonnay und Sauvignon blanc.
Die zugelassenen Rebsorten bei Rot:
Syrah, Merlot, Tempranillo und Garnacha tintorera.
Zusammenfassend freut mich diese Zulassung als Vino de Pago. Die Weine sind außergewöhnlich und die Lage ist einzigartig. Oliven, Mandelbäume, Kräuter und Pinien bilden eine natürliche Enklave, die Rodolfo Valiente vorausschauend und mit äußerster Sorgfalt ausgewählt hat. Am Anfang müde belächelt, lacht er jetzt und wurde in seiner Entscheidung bestätigt.
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