Die Heimat der Trepat
In Spanien wird Ende der 90er, Beginn 2000 viel Geld in neue Kellereien investiert. Geld das in anderen Bereichen verdient wurde und nun einen neuen Platz sucht. In der Branche der Bauindustrie war es etwas wie ein neues Accessoire, eine Kellerei zu besitzen. Architektonische Meisterwerke, enorme Bauten mit viel Stahl, Glas und Holz. Nun, die Vorreiter für diese Ideen und Bauten sitzen in der Region Conca de Barberà. Mit völlig anderem Hintergrund und sicher kein Geld in der Tasche. Ende des 19. Jahrhunderts verwüstet die Reblaus auch diese Region. Der Weinbau funktionierte bis dahin folgender Maßen:
Eigentümer von Rebflächen verpachteten diese und das Recht blieb solange beim Pächter, wie Reben auf dem Acker standen. Dieses Recht wurde vererbt und man gab als Pacht 50 % der Ernte ab. Die Mengen waren groß genug, um eigenen Wein auszubauen und an reisende Händler zu verkaufen. Da die Reblaus auf vielen Flächen keine einzige Rebe stehen ließ, erloschen diese Verträge und die Eigentümer hatten oft kein Geld, um neue Reben zu pflanzen. Die ersten Rebflächen waren klein und die Gärbehälter konnten nicht ganz gefüllt werden. Die Qualitäten waren schlecht und die Händler zahlten nicht viel dafür. So konnten allerdings keine neuen Reben gepflanzt werden. Um besser arbeiten zu können, schlossen sich Weingärtner zusammen und mieteten alte Kellereien zum Arbeiten. Als dies zu klein und veraltet wurde, baute man die sogenannten Kathedralen des Weins. Moderne Bauten von jungen bis dahin unbekannten Architekten. Diese eleganten Bauten kamen aus der Notwendigkeit, mit wenig Geld und wenig Baumaterialien große Hallen zu bauen und Gärbehälter zu installieren. Das Ergebnis ist sehenswert und wird zum Glück noch aktuell gepflegt. Selbst bei Erweiterungen wird das Gesamtbild versucht zu erhalten.
Was den Wein betrifft, wird viel mit Trepat gearbeitet. Eine rote Rebsorte, die wenig Farbe und Struktur hat, dafür Frucht und Säure. Also perfekt für Roséweine und Cava. Auch hier wird viel über Genossenschaften vermarktet und der deutsche Sektmarkt ist ein großer Abnehmer der Grundweine aus der Region. Ebenso werden große Cava-Kellereien versorgt, die den großen Durst der deutschen Märkte stillen müssen.
Die Rebfläche von 5.300 ha, und wird von ca. 1.681 Weingärtnern bewirtschaftet und von 18 Kellereien verarbeitet.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Macabeo, Parellada, Chardonnay und Sauvignon Blanc.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Trepat, Ull de Llebre (Tempranillo), Garnatxa, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Syrah.
Zusammenfassend ist die Rebsorte Trepat das Aushängeschild der Region. Fruchtige Roséweine mit wenig Alkohol sind das Ergebnis. Auch als Cava entsteht ein Rosé, der auch auf dem deutschen Markt Freunde hat. Nur stehen auf den Flaschen deutsche Namen und große Kellereien in Deutschland machen aus den Trepatgrundweinen Sekt. Diese Region schickt viel als Fasswein zu den Nachbarn, die daraus Cava machen. Die Qualität der Weine ist sehr gut und ich hoffe, dass mehr dieser Weine unter dem Namen Conca de Barberà den Weg auf den Markt finden.



