Von Wein und Minen

Bierzo liegt im nordwestlichen Eck von Castilla und Leon. Im Westen grenzt bereits nach einigen Kilometern Galicien an. Diese Region, reich an Kohle und Eisen, ist durchzogen von Minen. Teilweise noch in Betrieb, teilweise erinnern sie an Eisenbahntunnel ohne Ziel. Der Weinbau ist in dieser Region seit Jahrhunderten präsent. Im 1. Jhd. n.Chr. ließen sich die Römer in der Region nieder und förderten mit beindruckender Technik Gold aus den Bergen. Mit ihnen kam der Weinbau.

Der Großteil der Reben befindet sich um die Städte Cacabelos und Villafranca del Bierzo. Beim Eintritt in dieses Tal werden die Rebflächen größer. Von leicht hügelig, bis zu bergig. Parzellen, die kreuz und quer über das Gelände verteilt sind. Die Parzellen sind überwiegend klein. Einen Hektar teilen sich unter Umständen fünf oder sechs Weingärtner. In einem Weinberg das Ende und den Anfang des nächsten Besitzers zu sehen ist manchmal nicht möglich.

Klimatisch ist es hier kühler als in Zentralspanien, dafür sind die Niederschläge wesentlich höher. Ca. 800 mm pro Jahr. D.h. zur Sonne gibt es hier Wasser im Überfluss. Ein Segen und eine Geißel. Die Böden lassen meistens einen guten Wasserabfluss zu und die Weingärtner arbeiten inzwischen mit Grünbewuchs zwischen den Rebzeilen. D.h., alles was wächst, wird erst mal stehen gelassen. Diese Pflanzen treten mit der Rebe in Konkurrenz um Wasser. Deshalb wird die Rebe nicht überversorgt und produziert geringere Mengen an Trauben.

Die Königin der Rebsorten ist Mencia. Eine rote Rebsorte, die den Hauptteil der Rebfläche ausmacht und typisch ist für diese Zone.

Die Rebfläche beträgt 3.908 ha. 4.183 Weingärtner bewirtschaften die Rebfläche und 55 Kellereien verarbeiten die Trauben.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:

Palomino, Dona Blanca, Malvasía und Godello.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:

Mencía und Garnacha Tintorera.

Zusammenfassend ist Bierzo ein wenig mehr, wie ich mir in Deutschland Weinbau vorstelle. In Flusstälern an Hängen entlang. Der Weinbau ist in den letzten 10 Jahren sehr fortschrittlich geworden und die Weine aus Mencia sind fruchtig, frisch und mit leichtem Holzausbau haben sie eine gute Struktur im Mund. Die Preise sind sicher höher, als in größeren und heißeren Regionen Spaniens. Und das sind sie auch wert. Leider ist der Weinbau durch die kleinen Parzellen und die Hanglagen auch aufwändiger. Die nachfolgenden Generationen wollen diese Arbeit nicht leisten. Die aktuellen Besitzer der Parzellen wollen aus sentimentalen Gründen die Rebparzellen aber auch nicht verkaufen. Hoffentlich verschwinden durch diese Situation nicht die besten Lagen im Bierzo.