Das Terroir hat viele Facetten

Die Region Calatayud liegt in der Verlängerung des Moncayo. Den Berg kennen wir in Aragon durch die Region Campo de Borja. Es ist ein Gebiet mit vielen Flüssen und dadurch sehr variable Böden. Es liegt noch in den Ausläufern des Ebrotals. Der Jalon, der auf seinem Weg durch Calatayud fließt, mündet in den Ebro.

Die Ebene sieht etwas aus wie ein großes H. Den Querstrich bildet der Fluss Jalon. Die unteren Striche bilden die Flüsse Perejil und Jiloca. Die oberen Striche sind zwei Täler, die Richtung Moncayo weisen. Durch diese extreme Vielfalt gibt es 36 katalogisierte Bodenformationen. Es gibt Schieferböden, Schwemmland und erodierte rote Böden, die aussehen wie Canyons in den USA.

Das Klima kann als kontinental bezeichnet werden. In 5-7 Monaten im Jahr herrscht Frostgefahr und die Durchschnittstemperatur beträgt 13 ° C. Ca. 80 % der Rebfläche befindet sich auf einer Höhe von 650 bis 900 m ü.d.M. Dadurch sind die Temperaturen ein wichtiges Kriterium und die Fröste eine stetige Gefahr.

Calatayud spiegelt die klassische Entwicklung vieler Weinbauregionen Spaniens wider. Die Anbaufläche von ca. 5.000 ha im 18. Jahrhundert war für damalige Verhältnisse bedeutsam. Durch die guten Zugverbindungen nutzten die Kellereien die Reblauskatastrophe und lieferten ihre Weine nach Frankreich. Die Rebflächen dehnten sich in diesen Zeiten bis auf 44.000 ha aus. Das entsprach fast 50 % der in Aragon angepflanzten Rebfläche. Anfang der 20er Jahre, selbst durch die Reblaus betroffen, sank die Rebfläche auf 11.000 ha. In den 70er Jahren, als viel Menge für den enormen Konsum an Wein in Spanien benötigt wurde stieg die Anbaufläche noch auf 21.200 ha an. Aktuell ist Fläche wieder auf dem Stand des 18. Jahrhundert.

Die Rebfläche beträgt 3.966 ha und wird von 1.267 Weingärtnern bewirtschaftet. 17 Kellereien verarbeiteten die Trauben.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:

Macabeo, Moscatel de Alejandria und Chardonnay.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:

Garnacha, Tempranillo, Mazuela, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.

Zusammenfassend ist Calatayud ein Mosaik an Bodenformationen. Das macht die Weine so unterschiedlich und die Landschaft sehr abwechslungsreich. Die gesamte Bandbreite an Kellereien ist vertreten. Von den enormen Kooperativen, über junge moderne Kellereien, bis zu den seit Generationen Wein produzierenden Familien. So gesehen ist für jeden etwas dabei. Und den Blick, von über 1.000 m ü.d.M. auf Schieferböden neben uralten Reben in ein dicht mit Weinstöcken bepflanztes Tal, werde ich nicht so schnell wieder vergessen.