Das Imperium der Garnacha
Nichts weniger als das, ist der Slogan von Campo de Borja. Fast 70 % der bestockten Fläche nimmt Garnacha ein. Somit ist die Rebsorte von großer Bedeutung in der Region.
Campo de Borja liegt im Tal des Flusses Ebro. Der Ebro fließt auf seinem Weg zum Mittelmeer über Rioja und Navarra an Campo de Borja vorbei. Dies bringt der Region mediterrane Einflüsse. Das dominante Klima hat kontinentalen Charakter. Heiße Sommer und kalte Winter prägen das Bild. Immer wieder taucht bei Beschreibungen von Weinregionen das Mikroklima auf. Gemeint ist das spezielle Klima in einem begrenzten Bereich. Wir haben dieses spezielle Klima in der Region mitbekommen. Es ist der Cierzo. Ein Wind aus Nordosten, der kalt und trocken durch Campo de Borja bläst. Bei aktuell 2 ° C ist die gefühlte Temperatur saukalt. Die Kamera ist mir fast an die Hand gefroren. Bei ca. 350 bis 450 mm Niederschlag pro Jahr ist dieser trocknende Wind Heil und Geißel. Heil, weil kaum Krankheiten auftauchen, die durch Feuchtigkeit entstehen. Eine Geißel, weil das Wenige an Feuchtigkeit durch den Wind noch weniger wird.
Die geringen Niederschläge haben einen Grund. Der Moncayo, ein Berg mit 2.300 m Höhe. An ihm bleiben die Wolken hängen und regnen ab, bevor sie nach Borja kommen. Nichts desto trotz, hatten wir Regen bei unserem Aufenthalt.
In Campo de Borja darf Cava hergestellt werden. Diese Situation wird unter der D.O. Cava beschrieben. Wer bei der Aufzählung der Rebsorten bei Kellereien z.B. Perellada findet, sollte an diese Gegebenheit denken. Die Rebsorte ist sonst nicht in der D.O. zugelassen.
Die Rebfläche beträgt 7.413 ha und wird von 1.267 Weingärtnern bewirtschaftet. 17 Kellereien verarbeiteten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Macabeo, Moscatel de Alejandria und Chardonnay.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Garnacha, Tempranillo, Mazuela, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.
Zusammenfassend ist Campo de Borja klimatisch eine Besonderheit. Als Weinbauregion kommt die Bekanntheit eher durch Namen einzelner Kellereien. Zwei Kellereien verarbeiten und vertreiben Weine für acht Kooperativen und damit ca. 2/3 der gesamten Rebfläche der D.O. Deshalb sind es nur auf dem Papier 17 Kellereien. Wer Garnachas sucht und die ganze Bandbreite probieren möchte, wird in Campo de Borja fündig. Nicht umsonst gehen 55 % der Weine ins Ausland.

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