Eine Denominación de Origen seit 1933

Von Calatayud über die Sierra de Algairén (ca. 1.300 m üdM) erreicht man nach 48 km Cariñena. Die Stadt liegt 50 km südwestlich von Zaragoza und besteht, mal hart gesagt, aus Kellereien und Abfüllanlagen. Der Charme ist also bestechend und für jemanden wie mich, den alles interessiert, was mit Wein zu tun hat, ein Traum.

Viele Gebäude um die Stadt sind entweder alte oder moderne Kellereien. Was hier wichtig war sagen noch alte Slogans: Weine aus eigener Ernte. Viele dieser Kellereien haben Trauben oder besser den fertigen Wein gekauft und abgefüllt. Und davon gibt es reichlich. Leider ist viel dessen, was von hier auf den Markt geht, unterstes Segment. Da hilft auch kein Kleidchen aus Pergamentpapier. Die großen Kellereien und Genossenschaften trauen sich nicht, oder nur langsam, der Wahrheit ins Auge zu schauen. Der klassische Menüwein für das Mittagessen ist rückläufig. In Spanien gibt es überall ein Mittagsmenü. Das besteht aus erstem und zweitem Gang, Nachtisch und einer Flasche Wein. Der Preis für den Wein muss klein sein, da die Menüs 8-12 Euro kosten. Nun sind die Strafen für Alkohol am Steuer sehr hoch und viele verzichten inzwischen auf den Wein und greifen zu Wasser oder Bier mit 0,0 Alkohol. Der Druck steigt noch, da ebenfalls in anderen Regionen dieser Weinstil stark vertreten ist und die Nachfrage danach rapide sinkt.

Cariñena liegt auf einer Ebene und ist umgeben von Rebflächen. An der südlichen und westlichen Seite wird die Landschaft bergiger. Es sind noch viele Rebflächen als traditionelle Buscherziehung angelegt. Der steigende Preisdruck lässt immer mehr Flächen in Spaliererziehung entstehen. Die Arbeitskosten sind durch die Möglichkeit der Mechanisierung wesentlich geringer.

Die Rebfläche beträgt 15.059 ha und wird von ca. 2.000 Weingärtnern bewirtschaftet. 51 Kellereien verarbeiteten die Trauben.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:

Macabeo, Garnacha Blanca, Moscatel de Alejandria, Parellada und Chardonnay.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:

Garnacha, Tempranillo, Mazuela (Cariñena), Juan Ibañez, Vidadillo (Crespiello), Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.

Zusammenfassend ist Cariñena eine traditionelle Region, die noch in der Zeit für Massenweine auf der Flasche hängt. Da es sich um über 95 % der Produktion handelt, ist das für mich das Bild der Region. Und natürlich auch hier gibt es Lichtblicke. Neue Kellereien treten auf den Markt und nutzen das Potential der Rebflächen für hochwertige Weine. Ebenso gibt es eine Kellerei, die eine alte und komplizierte Rebsorte wieder in Erinnerung ruft. Immerhin hat er es bereits geschafft, dass die Rebsorte wieder zugelassen ist. Klingt bei einer autochthonen Sorte der Region seltsam, sie wurde bei der Genehmigung der D.O. einfach vergessen (oder vielleicht weggelassen). Somit wird in Zukunft aus Cariñena viel Neues kommen.