Die Kleinste der Kanaren
El Hierro ist die kleinste Insel der Kanaren. Zusätzlich liegt sie am weitesten entfernt von Afrika im Atlantik. Die Insel hat über 500 Vulkankegel, auch wenn seit 200 Jahren keiner mehr ausgebrochen ist. Ansonsten hat sie eher die Form eines Vulkans, dem auf der nordwestlichen Seite ein Stück ausgebissen wurde. Durch einen enormen Erdrutsch vor 50.000 Jahren fielen auf ein Mal 300 Kubikkilometer Erdmasse ins Meer. Man geht davon aus, dass die Flutwelle ca. 100 Meter hoch war und die Auswirkungen noch auf dem amerikanischen Festland spürbar waren.
In genau dieser Ecke mit Namen El Golfo liegt Frontera. Um Frontera liegen die meisten Weingärten der Insel. Etwas gibt es in El Pinar an der Südseite und wenig bei Echedo im nördlichen Bereich der Insel. Viele Weinberge wurden in den letzten Jahren durch Generationswechsel in den Familien aufgegeben. Und die vorhandenen Weinberge liegen an Straßen oder sind gut erreichbar.
Die Struktur der Kellereien ist eher klein und es wird Wein für den Hausgebrauch hergestellt. Der überwiegende Wein wird durch eine Kooperative verarbeitet und vermarktet. Obwohl die Produktion von El Hierro sehr klein ist, gibt es Schwierigkeiten mit dem Absatz. Das Angebot vom Festland ist übermächtig und diese Preise können von der Kooperative nicht angeboten werden.
Zur Vorstellung, wie auf einer Insel gearbeitet wird, folgendes Beispiel: Falls die Presse ausfällt und das passiert gerne während der Ernte, wird der Hersteller oder die Servicefirma angerufen. Diese sitzt auf Teneriffa, Gran Canaria oder im Normalfall an einer anderen Stelle in Europa. Falls diese schnell kommen muss, ist das wegen einer kleinen Maschine völlig unwirtschaftlich. Man macht also einen überhöhten Kostenvoranschlag, damit die Kooperative auf keinen Fall den Auftrag stellt. Es existieren dafür auf El Hierro viele Lebenskünstler und Aussteiger, vor allem aus Deutschland, die sich auf solche Dinge spezialisiert haben. Man bastelt, verändert und baut Eigenkonstruktionen, damit alles am Leben bleibt und irgendwie weitergeht.
Die Rebfläche beträgt 192 ha und wird von 306 Weingärtnern bewirtschaftet. 8 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Verijadiego, Listán Blanco, Uval, Pedro Ximénez, Baboso Blanco, Moscatel und Bermajuelo.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Listán Negro, Baboso Negro, Verijadiego Negro und Negramoll.
Zusammenfassend ist die Überlebenskunst der Insulaner beeindruckend. Man findet immer eine Lösung. Die Weine auf der Insel sind ihr Geld auf jeden Fall wert. Wer also El Hierro besucht und einen frischen Weißwein oder einen angenehmen Roten sucht, unbedingt auf Frontera achten. Die Weine haben diese Beachtung wirklich verdient.



