Eine Insel ohne Reblaus
Teneriffa ist ohne Reblaus geblieben. D.h. hier sind alle Reben ohne amerikanischen Fuß, also wurzelecht. Interessant ist die Sorglosigkeit der Winzer. Nach so vielen Jahren ist nichts passiert und das wird auch in Zukunft so sein. Ein Betrieb hat in Valle de Güímar viele einheimische Rebsorten ohne Erkrankungen gezüchtet. Diese sind bereit zur Vermehrung und dafür müssten jetzt weitere Unternehmen finanzieren und mitziehen. Interessiert Keinen und braucht man nicht. Da geht viel Forschung und Arbeit verloren, weil ja noch alles in Ordnung ist.
Valle del Güímar liegt an der südöstlichen Seite Teneriffas. Direkt über den Teide in der Verlängerung kommt Valle de La Orotava. Dadurch, dass wir uns auf der südlichen Seite der Insel befinden, ändert sich einiges. Die Temperatur ist höher und die Niederschläge fallen auf 300 mm pro Jahr. Man kann von einem trockenen Klima bis auf einer Höhe von 900 m.ü.d. Meeresspiegel reden. Deshalb befindet sich ein Großteil der Rebflächen auf über 900 m bis 1.300 m. Die warmen, feuchten Luftmassen steigen in der Region direkt vom Meer auf eine Höhe von ca. 1.000 m und treffen dort auf kalte Luftmassen. Mittags um 13 Uhr kann man getrost von Wolken am Berg ausgehen. Diese geben wieder Wasser ab und lassen auf dieser Höhe Vegetation zu und einen Anbau von Reben ohne Bewässerung.
Die Rebfläche beträgt 570 ha und wird von 543 Weingärtnern bewirtschaftet. 18 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Listán Blanco, Gual, Malvasía, Moscatel, Verdello und Vijariego.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Listán Negro, Negramoll, Bastardo Negro, Malvasía Rosada, Moscatel Negro, Vijariego Negro, Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Pinot Noir und Ruby Cabernet.
Zusammenfassend ist Valle de Güímar sehr aktiv in der Findung der besten Rebsorten. Selbst gesteht man sich ein, eigentlich keine Tradition im Weinbau zu haben. Dafür sind die Kellereien sehr offen für Neuerungen und orientieren sich am Weintrinker. Es entstehen dadurch auch halbtrockene Weine mit viel Frucht und einfach zum Genießen. Die internationalen Rebsorten werden hier als ‚verbessernde Rebsorten‘ bezeichnet. Die Winzer sehen das sehr geteilt und bleiben offen, falls sich wirklich eine Verbesserung der Weine dadurch ergibt. Zum Glück sind einige auf der Suche nach diesen unentdeckten Rebsorten, die immer noch auf Teneriffa schlummern. Ein Paradies für alle, die mal etwas ganz anderes probieren wollen.



