Wein für die Pilger

Die Kellerei Irache liegt direkt auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Für die Kellerei heißt das in der Hauptsaison ein enormes Pilgeraufkommen. Im Empfangsbereich holt man sich den Stempel für den Nachweis ab und hinter der Kellerei liegt auf dem Pilgerweg der Weinbrunnen. In den Hauptmonaten Juli bis September werden pro Monat bis zu 3.000 Liter Wein aus dem Brunnen entnommen. Dieser wurde 1991 eingeweiht und bietet Pilgern auf dem Weg eine Stärkung mit Wasser und Wein. Die komplette Installation wurde von Irache finanziert und die laufenden Kosten werden durch die Kellerei getragen. Der Brunnen befindet sich auf dem Gelände der Kellerei und wer neugierig ist kann im Internet eine Webcam besuchen, die das Treiben vor dem Brunnen live überträgt.

Gegründet wurde die Kellerei 1891 unter dem Namen Compania Vitivinícola de Montejura. Montejura ist der imposante Berg, an dessen Fuß die Gegend um Estella liegt. Nachdem die Besucher nur von der Bodega beim Kloster Irache sprachen, nannte sich die Kellerei in Bodegas Irache um. Von der Landstraße ist zuerst das Kloster Irache zu sehen und dann die Kellerei. Das Kloster soll im Laufe der nächsten Jahre als Parador ausgebaut werden und wird nach dem Parador in Olite der zweite in Navarra sein.

Die Weingärten von Irache befinden sich in unmittelbarer Umgebung der Kellerei. Maximal 1500 Meter legen die Trauben nach der Ernte bis zur Verarbeitung zurück. Beim Besuch Mitte September ändert sich gerade das Wetter. Sonne und leichte Bewölkung mit kühlen Winden, die aus Richtung Nord/Nordwest vom Atlantik her wehen, lösen die heißen Tage ab. Der limitierende Faktor in der Region um Tierra Estella, einem Untergebiet der D.O. Navarra, ist Wasser. Es gibt wenig Niederschläge und viel Sonne. Der kühlende Wind sorgt für ordentliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Dadurch behalten die Trauben ihre Frische.

Die Kellerei setzt bei den Rebsorten in erster Linie auf die früh reifende Tempranillo (temprano auf Spanisch heißt früh). Merlot und Cabernet Sauvignon sind zusätzliche Komponenten.

Die für den Pago zugelassene Rebfläche beträgt 37 ha.

Die zugelassenen Rebsorten bei Vinos de Pago Prado Irache Rot:

Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon.

Zusammenfassend ist das Thema Pago ein vielschichtiges. Der Wein hat durch die Erfüllung der Voraussetzungen den Status Pago erhalten. Mein Gefühl beim Besuch war allerdings, dass der Wein das ganze Herzblut der Weinmacher ist. Und das egal ob Pago oder nicht. Vielleicht fehlt noch ein wenig die Identifizierung mit dem System. Bei der Verkostung war er auf jeden Fall einer der trinkbarsten Weine der Vinos de Pago. Der Jahrgang war 2006 und macht bereits jetzt beim Trinken Spaß. Beim Preis wird der interessierte Weintrinker allerdings tief in die Tasche greifen müssen. Dafür muss er den Prado Irache nicht erst tief in seinem Weinkeller vergraben, sondern kann sofort genießen.