Ah, jetzt, ja – Eine Insel!
Bisher war die Region mit dem Auto erkunden ein Vergnügen. An diesem Tag wurde es Ernst.
La Gomera. Die Ausflugsinsel vor Teneriffa. Sie gehört verwaltungstechnisch zu Teneriffa und auch sonst deutet wenig auf Selbständigkeit. Außer beim Wein. Die Anerkennung als D.O. ist aktuell nicht nachvollziehbar. Es existiert fast kein Wein und kaum eine Struktur. Vermutlich um den Weinbau anzukurbeln, wurde die D.O. geschaffen.
Landschaftlich ist La Gomera sehr beeindruckend. Auf 22,5 Kilometer Länge gibt es verschiedene Landschaften und unterschiedlichstes Klima. Die Inseln der Kanaren scheinen prinzipiell ihr eigenes Klima zu machen. Losfahren von San Sebastian de La Gomera nach Vallehermoso. Zuerst Sonne und leicht ansteigende Straßen. Dann leichte Wolken Richtung Norden und wir müssen zu jedem Dorf über einen Kamm. Also ein Mal rauf und dann wieder runter. Am nördlichen Rand der Insel dann wenig Vegetation und Bewohner, dafür immer mehr Nebel. In Vallehermoso eher kühl und bewölkt Auf der Weiterfahrt wildes rauf und runter. Dann kriecht der Nebel von unten aus dem Tal über die Fahrbahn und plötzlich ist alles weg. Dichte Suppe umgibt uns. Schemenhaft werden am Straßenrand Bäume wahrnehmbar. Es wird lichter und wir fahren seit einiger Zeit durch Wald. Alles ist bewachsen und grün. Hohe Berge tauchen wieder auf und das alles müssen wir wieder runter. Dann linker Hand noch Wald, rechts wieder karg und steil. Wir halten an dieser Stelle, um den Bremsen etwas Pause zu gönnen. Ein Kleinbus rast vorbei und macht eine Vollbremsung. Ein Jugendlicher stürzt aus dem Fahrzeug und muss sich übergeben. Kann ich verstehen. Zurück nach San Sebastian de La Gomera wird es wieder schroffer, karger und heißer. Dort angekommen setzen wir uns bei Sonne und 23 ° C im November in die Sonne und genießen, wieder unten zu sein.
Auf der ganzen Insel ist mir keine Kellerei aufgefallen und anhand der Adressen eine Kellerei zu finden ist unmöglich. Eine Kellerei macht viel Vino de Mesa für die Insel und ich hatte die Hoffnung auf einen Wein aus der D.O. schon aufgegeben. Am Hafen vor der Rückfahrt nach Teneriffa dann die üblichen Souvenirshops und dann tatsächlich: drei Weine aus der D.O. La Gomera. Es gibt sie also wirklich.
Die Rebfläche beträgt 118 ha und wird von 206 Weingärtnern bewirtschaftet. 13 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Forastera, Gomera Blanca, Listán Blanco und Marmajuelo.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Listán Negro und Negramoll.
Experimentell werden angebaut:
Tintilla Castellana, Cabernet Sauvignon und Ruby Cabernet.
Zusammenfassend werden auch in Zukunft die Weine von den Insulanern oder den Touristen getrunken. Die wirtschaftliche Bedeutung für die Insel oder ob eine D.O. gerechtfertigt ist kann ich nicht nachvollziehen. Also auf La Gomera ruhig eine Flasche trinken oder mitnehmen! Ist auf jeden Fall eine Rarität.



