Löcher zum Überleben
Lanzarote ist trocken, heiß und flach. Bis auf einige Hügel, die fast alle mit einem Loch in der Mitte ausgestattet sind. Diese Vulkane haben zwischen 1730 und 1736 die Bevölkerung in Schrecken gehalten. Durch stetige Ausbrüche wurden die landwirtschaftlichen Flächen mit Lavaasche bedeckt. An einigen Stellen ist diese Asche über 10 Meter dick. Die Asche ist nicht fruchtbar. Damit die Bauern an die fruchtbare Lehmschicht kamen, gruben sie Löcher. Entweder gruben sie die Pflanzen wieder aus oder trafen wenigstens auf die fruchtbaren Erdschichten.
Dieses Bild prägt noch heute das Landschaftsbild. Viele Löcher in der Landschaft und die berühmten Mäuerchen um die Reben. Die Mauern (Zocos) haben einen weiteren Hintergrund. Die stetigen Winde aus Nordost. Diese Winde bringen Sand und Staub. Damit die Pflanzen nicht davon zugedeckt werden, gibt es die Mauern. Außerdem gibt es Ende Juli, Anfang August extrem heiße Winde. Diese trocknen die Blätter aus und rosinieren die Trauben. Auch hier helfen die Mauern etwas.
Heute weiß man, dass die Lavaasche positive Eigenschaften hat. Sie speichert Feuchtigkeit und leitet sie in den Löchern nach unten an die Pflanze weiter. Gleichzeitig verhindert sie das Verdunsten der vorhandenen Feuchtigkeit. Zusätzlich wächst auf dem schwarzen Zeug kein Unkraut und somit gibt es keine Konkurrenz ums Wasser.
Die wichtigste Rebsorte Lanzarotes ist Malvasia. Es gibt die Weine in trocken, halbtrocken und als Süßweine. Die Rebfläche mag auf den ersten Blick groß erscheinen. Aktuell sind 80 % der Rebfläche traditionell angebaut. Das sind maximal 800 Pflanzen pro Hektar. Normal kann man von 5.000 bis 8.000 Pflanzen ausgehen. In diesen traditionellen Weinbergen kann man nur zu Fuß, mit Eseln oder mit Kamelen arbeiten.
Die Rebfläche beträgt 1.987 ha und wird von 1.733 Weingärtnern bewirtschaftet. 18 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Malvasia, Gual, Pedro Ximénez, Diego, Listán Blanco, Moscatel, Burrablanca und Breval.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Listán Negro und Negramoll.
Zusammenfassend ist Lanzarote landschaftlich beeindruckend. Kaum Vegetation, viel Lavagestein und Vulkane. In diesem extremen Umfeld werden Weißweine aus Malvasia gekeltert. Die Gäste aus anderen Ländern finden hier alles in ihrer Sprache und viele ausländische Spirituosen. Der starke Tourismus auf der Insel hinterlässt seine Spuren. Wer Weine aus Lanzarote probieren möchte, kann einige Kellereien direkt besuchen. Sie sind für Publikum geöffnet. Wer in einem Restaurant einen einheimischen Wein genießen möchte, sollte aus der Karte eine Flasche bestellen. Sich am Tisch zeigen lassen und am Tisch aufmachen. Viele Restaurants sind sehr stolz auf die einheimischen Weißweine. Beim offenen Wein des Hauses kann das anders aussehen. Die kommen gerne von weit her nach Lanzarote. Auf dieser Insel ist ein Malvasia wirklich Pflicht!



