La Isla bonita
Entschuldigung, falls jetzt jemand Madonna im Ohr hat. Das ist der offizielle Beiname der Insel.
La Palma bietet etwas Besonderes für Weinliebhaber: eine komplette Ausschilderung. Ob ein besonderer Ort für den Einkauf oder eine Kellerei. Es ist immer ein Hinweis vorhanden. Und perfekt waren für unsere Suche nach den Weinbergen, alle Täler mit Reben sind ausgeschildert. Für mich war das ein Paradies. Keine Landschaft mit Reben verpassen. Und davon hat La Palma viele. Rund um die Insel gibt es Reben. In Fuencaliente sind es Reben auf Lavafeldern. Windgeschützt, warm und ideal für Malvasia. In Las Manchas gibt es noch viel traditionellen Weinbau. Jeder hat einige Reben und baut im Keller seinen Wein aus.
Ab der Mitte der Insel ändert sich die Landschaft Richtung Norden. Die Schluchten sind etwas steiler und der Nebel hängt häufig auf einer Höhe von ca. 1.000 Metern fest. D.h. entweder Reben ganz weit unten im flacheren Teil. Das ergibt mehr Reife und die Frische fehlt den Trauben. Die Weinbauern kannten diese Phänomen der Bruma genau. Erst über der Grenze dieses Nebels geht der Weinbau weiter. Auf extrem steilem Gelände wurde terrassiert. Und meistens ist es nur eine Rebzeile pro Terrasse. Aufwändiges Arbeiten für wenig Ertrag.
Auf der Ostseite wachsen am Meer entlang Bananen. Diese findet man in jeder geeigneten Bucht oder auf jeder möglichen Fläche der Insel. Sobald es dann höher geht und weniger Wasser verfügbar ist, werden Reben angebaut. Dies geschieht auf größeren Terrassen und in einer Art niedriger Pergola, damit jeder Strahl Sonne eingefangen wird. Gegen späten Nachmittag verschwindet hier die Sonne und versteckt sich hinter dem 2.450 m hohen Los Muchachos.
Eine Besonderheit der Weinbereitung ist der Tea Wein. Tea ist eine Pinienart und verleiht dem Wein einen besonderen Geschmack. Der liegt zwischen Lagerhalle eines schwedischen Möbelanbieters und Saunaaufguss. Von den Consejo Reguladores wird dieser Wein regelmäßig bei den Prüfungen abgelehnt. Er ist in der Nordregion La Palmas Tradition und das führt zu heftigen Auseinandersetzungen.
Die Rebfläche beträgt 776 ha und wird von 1.276 Weingärtnern bewirtschaftet. 18 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Malvasia, Listán Blanco, Gual, Verdello, Albillo, Pedro Ximénez, Bastardo Blanco, Bujariego, Burra Blanca, Forastera Blanca, Sabro, Torrontés, Moscatel und Bermajuelo.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Listán Negro, Bastardo Negro, Moscatel Negro, Malvasia Rosada, Tintilla, Castellana, Listan Prieto und Negramoll.
Zusammenfassend ist La Palma klein und abwechslungsreich. Wer hier einen Wein aus La Palma genießen möchte bitte folgendes beachten. Alle besuchten Kellereien haben mir bestätigt, dass sie nur Wein auf Flaschen anbieten. Ab und zu bietet einer Presswein an. Das ist allerdings qualitativ schlecht. Alles was als Vino de la Casa offen ausgeschenkt wird, kommt vom Festland Spaniens oder sogar aus Übersee. Der Hauswein ist somit vielleicht der Liebling des Chefs, sei es geschmacklich oder finanziell, er ist fast nie aus La Palma. Wer einen Wein von hier will, sollte aus der Karte Einen bestellen. Sich dann die Flasche zeigen lassen und am Tisch öffnen. Und schon kann man sehr sicher einen Inselwein genießen.



