Ein Mann und seine Region
Bei einigen Regionen habe ich bereits die Vorgehensweise beschrieben. Bis sich in einer D.O. etwas bewegt, müssen vollendete Tatsachen her. Sei es eine angepflanzte Rebsorte oder geringere Alkoholgehalte, die zu großen Verkaufserfolgen führen. Dann reagiert der Consejo und beantragt die Aufnahme einer Rebsorte, die Senkung des Mindestalkoholgehalts oder der Antrag auf Genehmigung einer neuen Region wird an Europa durch das spanische Ministerium gestellt.
In diesem Fall existierte die Kellerei bereits seit Beginn 1900 und der Export ins Ausland war beträchtlich. Da der Wein als Vino de Mesa verschickt wurde, fehlte dem Besitzer der Kellerei die Identifikation des Weins. Also so zu sagen ein Reisepass für andere Länder. Mit dieser Idee recherchiert er die Geschichte und die Bedeutung der Region. In der Region gab es bereits unter Felipe II im 16. Jahrhundert Wein. Als sehr gut und delikat wurden die Weine in dieser Zeit beschrieben. Daraufhin beantragte er zusammen mit anderen Kellereien die Anerkennung der Region Mondéjar.
Auf der Fahrt nach Mondéjar ist die Abgrenzung der Region klar zu sehen. Unmittelbar östlich von Madrid, in der Region Guadalajara liegt Mondéjar. Südwestlich wird sie von einer Bergkette begrenzt. Nordöstlich liegt das kastilische Meer, Staubecken gebildet aus den Flüssen Tajo und Guadiela. Die Stadt Mondéjar bildet die Grenze südwestlich und Sacedón nordöstlich. Diese Ausdehnung nach Sacedón ist ein Zugeständnis an die Kellereien der Stadt, da zwischen den beiden Städten eigentlich keine Reben vorhanden sind. Die Ebene heißt Alcarria und die trifft südlich mit der D.O. Uclés zusammen.
Es ist extrem trocken in dieser Region mit 200 mm Niederschlag pro Jahr. Da weder Grundwasser noch Wasser aus dem Tajo entnommen werden kann, ist eine Bewässerung der Reben nicht möglich.
Die Rebfläche von 700 ha, und wird von ca. 250 Weingärtnern bewirtschaftet und von 5 Kellereien verarbeitet.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Malvar, Macabeo und Torrontés.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Syrah.
Zusammenfassend ist es positiv, dass einzelne Kellereien Vorreiter für Qualitätsstandards sind. Das Gebiet hebt sich topografisch deutlich von den angerenzenden Regionen ab. Der nördlichste Teil von der D.O. Uclés in Huete gehört ebenfalls zu der Ebene Alcarria. Klimatisch und topografisch würden diese Bereiche für mich eher zusammengehören. Für wen ungewöhnliche Rebsorten wichtig sind, gibt es die weiße Rebsorte Malvar. Torrontés ist in Argentinien bekannt und wird in Mondéjar bereits seit langer Zeit angebaut. Für mich ist die Region kein wirkliches Qualitätsgebiet. Es ist stehengeblieben und die Neuzulassung von Syrah war, weil alle anderen das auch machen. Wer traditionelle Weine mag wird hier fündig und der Besuch der Kellerei ist eine Reise in die 60er 70er.



