Eine Landschaft aus Oliven und Trauben

Die Landschaft aus kleinen Hügeln verläuft sanft kilometerlang. Zwischen Cordoba und Malaga liegt Montilla-Moriles, eine der ältesten anerkannten Weinregionen Spaniens. Die ältesten D.O.s Spaniens sind Rioja 1926, Malaga 1932, Montilla-Moriles und Jerez 1933. Der Geschmack in dieser Zeit war eher durch Weine mit Süße geprägt. Die hochwertigsten Weine waren Süßweine.

Beim Besuch der Kellereien fühlt man sich wie in Jerez. Alte hohe Gebäude und im Inneren unendlich viele Fässer in Reihen. Selbst die Bezeichnungen und der Ausbau sind sehr ähnlich. Fino, aMONTILLAdo, Oloroso und PX. Der deutlichste Unterschied ist die Rebsorte und dadurch der natürliche Alkohol der Weine. In Jerez werden die Finos, aus der Palomino Fino, von ca. 11 auf 15 vol. % Alkohol aufgesprittet. In Montilla-Moriles erreicht die Pedro Ximenez bei der Reifung einen hohen Zuckergehalt. Bei der Gärung entstehen daraus natürliche 15 vol. % Alkohol. Das Klima in der Region ist im Sommer extrem. Über 40 bis 47 °C werden erreicht. Zusätzlich eine extreme Trockenheit. Leider ist aktuell viel Regen angesagt. Nun die Reben brauchen es.

Die Böden werden als Unterscheidung der Qualität verwendet. Die weißen Böden in der Sierra de Montilla und Moriles Alto sind die Besten. Zusätzlich sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht hier extremer. Dadurch reifen die Trauben langsamer und erreichen einen höheren Reifegrad. Die Trauben aus diesen Zonen werden von den Kellereien höher bezahlt.

Die Rebsorte in Montilla-Moriles ist Pedro Ximenez (PX). Sie bedeckt 95 % der bestockten Rebfläche. Der Consejo Regulador schreibt zur Bereitung der gereiften Weine 100 % PX vor. Nur in den jungen Weißweinen dürfen die anderen zugelassenen Rebsorten verwendet werden.

Die Rebfläche beträgt 6.412 ha und wird von 3.274 Weingärtnern bewirtschaftet. 93 Kellereien verarbeiten die Trauben.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:

Pedro Ximénez, Torrontés, Moscatel, Baladí und Layrén.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:

Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Syrah.

Zusammenfassend ist Montilla-Moriles eine Region mit viel Tradition. Früher wurden die Weine nach Jerez verkauft und man erlangte kein eigenes Ansehen. Heute bewegen sie sich in einem schwierigen Markt. Sowohl der Fino, der über 90 % des produzierten Weines ausmacht, als auch die süßen PX sind sehr eigenständige und ungewohnte Weine. Viel Aroma, manchmal fast staubtrocken oder dann papp süß. Aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass je mehr man von diesen Weinen probiert, umso mehr Spaß macht es.

Eine interessante Ausnahme im Weinrecht herrscht in dieser Region Andalusiens. Durch das heiße und trockene Klima herrschen in Montilla-Moriles optimale Voraussetzungen für die Reifung und Trocknung der PX. Diese dürfen auch in den Regionen Malaga und Jerez zur Herstellung von D.O. Weinen verwendet werden. Und das, obwohl die D.O. immer die Herkunft der Trauben aus der eigenen Region vorschreibt. Also können wir fast immer davon ausgehen, dass ein Süßwein aus PX in Malaga und Jerez in Montilla-Moriles seine Wiege hatte.

Erleben Sie diese wunderschöne Landschaft mit allen ihren Genüssen. Planen Sie eine Reise und Sie werden überrascht sein über die Gastfreundschaft. Weitere Informationen finden Sie unter:

www.rutadelvinomontillamoriles.com