Viel kopierter Wein
In Spanien haben Weine aus dem Ribeiro einen hervorragenden Ruf. Speziell an der galicischen Küste werden die Weine stark nachgefragt und getrunken. Die hohe Nachfrage und das geringere Angebot ruft Nachahmer auf den Markt. Einiges, das Ribeiro auf dem Etikett trägt, wird als Massenwein in irgendeiner Region abgefüllt. Nur wenn der Weinfreund auf das Konteretikett der D.O. besteht, wird auch Ribeiro drin sein.
Ribeiro liegt in einem Tal, dass durch den Fluss Minho gebildet wird. Es sind Tallagen vorhanden und einiges ist in Hanglagen. Die Erziehung ist im Tal an Drahtrahmen mit Steinpfeilern. In den Hanglagen sind die Reben höher erzogen. Ein Kompromiss, damit die Feuchtigkeit am Boden nicht die Rebe schädigt. Gleichzeitig will man nachts die Bodenwärme ausnutzen. In diesem Klima, mit Frösten bis in das Frühjahr und hohen Niederschlägen, versucht man jedes Risiko zu verringern.
Die Auswahl der Rebsorten zeigt ebenfalls diese Vorsicht. Bereits früh nach der Reblaus wird auf die Palomino gesetzt. Diese Rebsorte heißt in der Region Jerez und ist mir bereits in Valdeorras und Bierzo begegnet. Sie hat enorme Erträge und eine gute Resistenz gegen Krankheiten. In Zeiten der Anpflanzung neuer Rebflächen war Sicherheit bei den Erträgen und eine geringe Anfälligkeit von Bedeutung. Als in den 60er und 70er Jahren neu angepflanzt wurde, verlangten die Fassweinbetriebe und Kooperativen große Mengen. Heute gibt es an geringen Qualitäten genug Menge und man setzt auf Treixadura. Eine schwierige Rebsorte, mit geringen Erträgen und gewissen Anfälligkeit gegen Erkrankungen. Die Preise der angebotenen Weine steigt deshalb mit dem Anteil der Treixadura.
Die Rebfläche beträgt 2.750 ha. 6.022 Weingärtner bewirtschaften die Rebfläche und 97 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Treixadura, Torrontés, Loureira, Albariño, Lado, Palomino (Jerez), Albilla, Macabeo und Godello.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Sousón. Brancelloao, Caiño, Ferrón. Mencía, Tempranillo und Garnacha Tintorera.
Zusammenfassend ist es kurios, dass die Weine aus Ribeiro nach Rioja die meist nachgefragten sind. Die Arbeit der Kellereien hat etwas von Flöhe hüten. Im Durchschnitt haben die Weingärtner weniger als 0,5 ha. Manche Kellereien arbeiten mit um die 100 Weingärtnern zusammen, um auf die gewünschte Traubenmenge zu kommen. Auf jeden Fall wird der Weintrinker auf die Echtheit der Weine achten müssen. Sonst wird zwar viel Ribeiro nachgefragt, aber etwas anderes getrunken. Und noch viel schlimmer, die gefälschten Weine haben mit dem Geschmack der Echten nichts gemein.



