Der Klassiker unter den Weinregionen
Bei der Frage nach spanischen Weinen in meinen Seminaren, kam eine Antwort immer: Rioja. Teilweise als Rebsorte verkannt, teilweise für einen Markenname gehalten. Rioja ist eine Weinregion, über die es viel zu schreiben gibt. Und das haben viele vor mir bereits getan. Also halte ich mich an die Fakten und meine Erlebnisse und gebe ein Gefühl für die Region.
Die gängige Unterteilung von Rioja Alavesa, Rioja Alta und Rioja Baja hat zwei Hintergründe. Rioja Alavesa ist der baskische Teil der Weinbauregion. Rioja Alta ist der obere Teil und Rioja Baja der tiefere Teil, von dem manche Bereiche in der Region Navarra liegen. Insgesamt erstreckt sich die Region von Haro über Logroño nach Alfaro. Alfaro ist Rioja Baja ganz unten und im Anschluss kommt ein Nationalpark, die Bardenas Reales, der als mondartig beschrieben werden kann. Das Klima geht somit in der Weinregion Rioja von bergig mit Wald, über leicht hügelig warm, bis zu staubig trocken wüstenartig heiß.
In der Region selbst haben die unterschiedlichen Bereiche sehr unterschiedliches Ansehen. Alavesa ist für die besten Qualitäten bekannt. Ausdrucksstarke und elegante Weine mit Frische. Dies gilt ebenfalls für Teile der Rioja Alta. Ansonsten steht die Region für kräftige und aromatische Weine. Rioja Baja steht für die schweren, wuchtigen und alkoholische Weine. Große Kellereien benötigen große Mengen an Weinen und bedienen sich aller drei Bereiche. Erstens für die Mengen und zweitens für die einzelnen Charakteristika. Inzwischen ist es so, dass in allen drei Bereichen die entsprechenden Nischen genutzt werden, um immer mehr Weine aus jeweils nur den Trauben aus einem Bereich herzustellen. Es lässt sich auch hier nichts mehr pauschalisieren.
Die Rebfläche beträgt 63.216 ha. Sie wird von ca. 19.000 Weingärtnern bearbeitet und 569 Kellereien verarbeitet.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Viura (Macabeo), Garnacha Blanca und Malvasía. Neu und somit erst in 2-3 Jahren von Relevanz: Maturana Blanca, Tempranillo Blanco, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Verdejo.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Tempranillo, Garnacha, Graciano und Mazuelo.
Zusammenfassend ist beeindruckend, wie viel Fläche in diesem Bereich bestockt ist. Wenn man umfällt, wird man fast immer eine Rebe in Griffweite haben. Rioja hält seine Qualität sehr hoch, da sie die erste Region mit der Klassifizierung D.O.Ca. war. Daher wird die Rebfläche seit Jahren nicht ausgeweitet und der Consejo kann als eher konservativ angesehen werden. Die Neuzulassung von weiteren Rebsorten war durch den Druck, bei Weißweinen nicht völlig den Markt zu verlieren. Jetzt hofft man, mit hochwertigen Weißweinen die Region auch für andere Länder und andere Weintrinker attraktiv zu machen. Bei der Vielfalt an Weinen auf dem deutschen Markt, spielen aktuell die Jungweine für wenig Geld die größte Rolle. Ruhig mal trauen, im Fachhandel etwas mehr für einen Wein aus Rioja zu investieren. Sie werden über die Vielfalt erstaunt sein.
Wein aus Rioja?



