Eine Region sieht Weiß
Im Verlauf des Duero reihen sich bis zum Eintritt in Portugal Ribera del Duero-Rueda-Toro-Tierra del Vino de Zamora-Arribes aneinander. Ein Sack voll Regionen, die dieser Fluss beherbergt und Rueda widmet sich ganz dem Weißwein. In einer Region mit kontinentalem Klima, also im Sommer sehr heiß im Frühjahr und Herbst kühle Nächte und Risiko von Frösten und im Winter Sonne und kalt mit wenig Niederschlägen eher ungewöhnlich.
Die Region ist leicht hügelig und komplett landwirtschaftlich genutzt. Die Zentren der Weinproduktion und der Rebflächen sind die Gemeinden Rueda, als Namensgeberin und La Seca (die Trockene). In Beiden sind Gebäude mit langer Tradition im Weinbau zu finden. Unter manchen Häusern gibt es lange verwinkelte Keller mit meterlangen Gängen. In Extremfällen summieren sich diese Gänge auf Kilometer. Rebflächen sind in der Region Rueda eher zusammen hängend. D.h. größere Parzellen, die auf Drahtrahmen erzogen sind. Einiges an alter Erziehung in Buschform ist ebenfalls vorhanden. Was unterscheidet Buschform von Drahtrahmen? Die traditionelle Buschform ist weiter auseinander gepflanzt und jede Pflanze hat etwas weniger Trockenstress. Aktuell sind diese Reben wesentlich älter und die produzierte Menge pro Rebe ist geringer. Dadurch sind die vorhandenen Trauben konzentrierter. Die Trauben sind durch die komplette Beschirmung durch die Blätter vor der Sonne geschützt und trocknen gegen Ende der Reifezeit nicht so schnell aus. Dafür kann die Buschform nicht mechanisiert werden. D.h. Rebschnitt, Ausdünnen und Ernten muss komplett von Hand gemacht werden. Die Drahtrahmenerziehung ist besser kontrollierbar, weil die Blattfläche wie eine Wand nach oben wächst. Dadurch sieht man die Trauben besser und eine Bearbeitung ist einfacher. Das Schneiden der Reben kann, je nach Zeilenabstand zwischen den Reben, maschinell erfolgen. Ebenso kann eine Erntemaschine eingesetzt werden. Bei Weißwein ist das sehr vorteilhaft. Es kann nachts geerntet werden, wenn die Temperaturen kühl sind. Die Ernte von größeren Flächen geht wesentlich schneller voran und wenn alle Trauben einer Parzelle gleichzeitig reif sind, können sie gleichzeitig geerntet werden. Diese Form der Erziehung ergibt, wenn man will, viel höhere Erträge und der Wasserbedarf ist höher. Deshalb muss häufig bewässert werden oder auf jeden Fall in Lagen mit ausreichend Grundwasser oder Feuchtigkeit gepflanzt werden.
Die herausragende Rebsorte ist die autochthone Verdejo. Sie ergibt frische, teilweise grüne oder an tropische Früchte erinnernde Weißweine.
Die Rebfläche beträgt 10.729 ha und 55 Kellereien verarbeiten die Trauben.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Verdejo, Viura, Sauvignon Blanc und Palomino Fino.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Merlot und Garnacha.
Zusammenfassend ist Rueda eine Weißweinregion, die immer noch Ihre Identität sucht. Rotweine aus der Region mussten zuerst in den 90ern unter Campo de Medina vermarket werden. Zu Beginn 2000 durften auch die Rotweine als Rueda verkauft werden, um dann doch wieder nur als Vino de la Tierra de Castilla y León zu erscheinen und nun dürfen sie mit den neuen Jahrgängen wieder als D.O. Rueda verkauft werden. Wer will da noch Rotweine in der Region machen? Na, ja, wer eine Verdejo hat, kann sich das wohl erlauben.
Wein aus Rueda?



