Kühle auf der Sommerinsel

Tacoronte-Acentejo ist eine der fünf Herkunftsbezeichnungen auf der Insel Teneriffa. Die Kanarischen Inseln liegen im Atlantik auf der Höhe von Tarfaya (Marokko) in Afrika. Dies lässt zuerst eines vermuten: es ist extrem heiß. Und diese Insel zeigt, dass selbst auf kleinstem Raum sehr viele Mikroklimata herrschen können. Auf Teneriffa selbst liegt das Gebiet nordöstlich. Die Folge ist ein eher kühles Klima, das durch die Passatwinde geprägt wird. Zusätzlich wird durch die Kühle eine erhöhte Luftfeuchtigkeit und höhere Niederschläge verursacht. Dies alles zusammen ergibt ein gemäßigtes Klima für eher elegante Weine.

Die Region Tacoronte-Acentejo war die erste Herkunftsbezeichnung auf den Kanaren. Ebenso wurde in dieser Region zuerst mit der Reifung in Barriques experimentiert und der Wein nicht sofort als neuer Wein verkauft. Es gibt auch hier Straußenwirtschaften (Guanchinches), die solange sie Weine haben, die typischen regionalen Speisen (z.B. Gofio Escaldado) anbieten dürfen und in ihren Wohnzimmern verkaufen.

Die Weingärten befinden sich auf einer Höhe zwischen 200 und 650 Meter über dem Meeresspiegel. Die Ernte erfolgt von unten nach oben, da die Höhe der Hauptfaktor für die Reife in der Zone ist. Die Weingärten befinden sich inzwischen in den Wohngebieten und werden durch die Hauptlebensader, die Autobahn, getrennt. Die Insel ist steil und es geht von der Küste sofort nach oben. Die Böden sind an diesem Teil der Insel etwas älter und dadurch teilweise etwas tiefgründiger, soweit man das auf einer Vulkaninsel mit vornehmlich Steinböden sagen kann.

Die Rebfläche beträgt 1.494 ha und wird von 2.548 Weingärtnern bewirtschaftet. 50 Kellereien verarbeiten die Trauben.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:

Listán Blanco, Malvasía, Güal und Marmajuelo.

Außerdem dürfen angebaut werden:

Moscatel, Forastera Blanca, Vijariego, Torrontés, Verdello und Pedro Ximénez.

Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:

Listán Negro und Negramoll.

Außerdem dürfen angebaut werden:

Tintilla, Moscatel Negro und Malvasía Rosada.

Zusammenfassend ist diese Region sehr aktiv. Die Kellereien und der Consejo Regulador haben sich zusammengeschlossen und eine echte Weinroute ins Leben gerufen. Der Urlauber wird im Weinmuseum und in den angeschlossenen Kellereien gerne empfangen. Für mich war es erstaunlich, wie schnell die Kellereien auf Anfragen geantwortet haben. Sofort wurde ein Termin zur Besichtigung vereinbart. Die Weine sind durch die Rebsorten sehr eigenständig und es gibt jede Menge unbekannte Rebsorten. Es werden die meisten Weine mit ca. 10 Rebsorten gekeltert. Man geht jedoch von 60 vorhandenen Rebsorten aus. Wer sich botanisch mit Rebsorten austoben will, wird auf dieser kleinen Insel eine erstaunliche Vielfalt finden.