Uclés, eine Stadt ohne Reben
Die Stadt ist ein Schmuckstück. Eine imposante Anlage aus Castillo, Kloster und Kirche thront über der Stadt. Auf dem Weg über Schotterpisten zur Stadt, stieg die Verwunderung mit jedem Kilometer. Getreide, Hügel, Getreide, Weiden, Getreide und weit und breit keine Rebe. Auch beim Blick von der Anlage über die Region war keine einzige Rebe in Sicht. Ein Besuch beim Consejo bestätigt die Beobachtung. Uclés liegt ca. 70 km südöstlich von Madrid. Die Weinberge befinden sich in der Region um die Stadt Uclés. Tarancon ist der Bereich mit der größten Konzentration an Reben. Dies weitet sich aus Richtung Fuente de Pedro Naharro. Nicht nachvollziehbar ist die Einbeziehung von Huete in die Region. Hier existiert nur eine Kellerei. Diese liegt extrem hoch auf ca. 1.200 m und die Böden sind sehr karg. Die Reben sind teilweise terrassiert und umgeben komplett die Kellerei. Wer hier Interesse hatte, diese Kellerei mit in die Region einzubeziehen ist mir unbekannt.
Auch diese Region hat sich von La Mancha getrennt. Eine Situation, die La Mancha nicht gefällt. Viele Sahnestücke versuchen sich von der großen Masse abzuheben. Der größte Unterschied ist die Erziehungsform. Es wird stark in Spalier erzogen. Ebenso die höhere Qualität der Weine. Ohne zwei leitende Kellereien, wäre diese Region allerdings nicht existent. Die Genossenschaften produzieren weiter im alten Stil und einige füllen auch weiter als La Mancha ab. Eine Parzelle, die sowohl in Uclés als auch La Mancha registriert ist, kann als Uclés, La Mancha oder Vino de la Tierra Castilla abgefüllt werden. Dies kann in einem Jahr auch kunterbunt erfolgen. Ein Teil so, einer so und der Rest als sonstiges. Teilweise müssen die Kellereien noch ihre alten Kunden bedienen und müssen Weine als La Mancha abfüllen. Im Kellerbuch den Überblick zu behalten, hat meinen größten Respekt.
Die Rebfläche von 1.700 ha wird von 6 Kellereien verarbeitet.
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Weiß:
Aktuell keine.
Auf die Zulassung warten Verdejo, Chardonnay, Moscatel de grano menudo, Sauvignon blanc und Macabeo (Viura).
Die zugelassenen Rebsorten in der Region bei Rot:
Tempranillo, Merlot, Cabernet Sauvignon, Garnacha und Syrah.
Zusammenfassend ist Uclés ein Beispiel für den Willen, aus der großen Suppe La Mancha auszubrechen. Die Grenzen und die Zusammenstellung sind für mich schwer nachvollziehbar. Treibende Kräfte sind immer einzelne Kellereien und vielleicht ist es für sie ein Ansporn, sich noch stärker abzuheben. Die Qualität der Weine wird von einem unabhängigen Institut zertifiziert und für den Weintrinker stellt dies eine zusätzliche Sicherheit dar. Von dem Kessel Buntes an Möglichkeiten bin ich enttäuscht. Voll und ganz als Uclés abzufüllen, wäre für mich der klarere Weg.



